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Management

10 Tipps: Leitbild bietet Orientierung

Leitbild bietet Orientierung Jedes Unternehmen sollte eine Vision haben und wissen, wo es strategisch hinwill und was erreicht werden soll. Wer Abneigungen gegen das Wort „Vision“ hat, der setzt sich schlicht und einfach Ziele. Wenn man sich dann noch fragt: „Worauf legen wir im Unternehmen wert?“, „Welche Werte sind uns wichtig?“, ist der Grundstein für ein Unternehmensleitbild gelegt. Die Formulierung der Vision und der Werte plus einer Strategie zur Umsetzung ergibt das Unternehmensleitbild. Es bietet den Mitarbeitern, aber auch der Führungsebene einen Orientierungsrahmen fürs tägliche Handeln. Und nach außen wirkt es sich positiv aufs Image aus.

Bild oben: Foto: © WrightStudio – stock.adobe.com

1 ZIELE FOR­MULIEREN

Foto: © WrightStudio – stock.adobe.com
Fo­to: © Wright­S­tu­dio – stock.adobe.com
Wer als Un­terneh­men et­was er­reichen möchte, muss seine Ziele ge­nau beschreiben kön­nen. Was sind unsere Er­fol­gskri­te­rien? Wer sind wir? Wo soll der Be­trieb in eini­gen Jahren ste­hen? Die Iden­tität und die Ziele müssen klar for­muliert wer­den. Auch die Frage nach dem Nutzen – al­so welchen Markt das Un­terneh­men be­di­e­nen soll und wer die Kun­den und Ziel­grup­pen sind – muss zu Be­ginn fest­ste­hen. Der gewün­schte Um­gang mitei­nan­der, sei es zwischen den Mi­tar­beit­ern selbst, zwischen Mi­tar­beit­ern und Vorge­set­zten, aber auch mit Kun­den, sollte im Un­terneh­mensleit­bild eben­falls for­muliert sein.

Tipp: For­mulieren Sie Ihre Ziele im­mer pos­i­tiv. Geben Sie keine Vermei­dungsziele an nach dem Mot­to: „Ich will nicht mehr rauchen“, son­dern: „Ich will ge­sund leben.“ Die Ziele müssen re­al­is­tisch und aus ei­gen­er Kraft zu er­reichen sein.

2 SINN UND ZWECK

Das Leit­bild verdeut­licht den Sinn und Zweck des Un­terneh­mens und gibt ei­nen Rah­men für das tägliche Han­deln vor. Die Mi­tar­beit­er bekom­men eine Vorstel­lung von der Un­terneh­men­si­d­en­tität, den Zielen und der Strate­gie des Un­terneh­mens. Es bi­etet den Mi­tar­beit­ern Ori­en­tierung und erk­lärt auch der Öf­fentlichkeit, wofür das Un­terneh­men ste­ht. Es trägt zur Im­agepflege bei Kun­den, Geschäfts­part­n­ern und potenziellen Mi­tar­beit­ern bei.

Tipp: Es mo­tiviert Mi­tar­beit­er, wenn sie wis­sen, warum sie ihre Auf­gaben machen sollen und was ge­mein­sam er­reicht wer­den kann. Das Leit­bild sollte die Mi­tar­beit­er für die Un­terneh­men­sziele begeis­tern.

3 EI­GEN­LEIS­TUNG ODER HILFE VOM PRO­FI?

Es gibt Agen­turen und Be­r­a­tung­sun­terneh­men, die die Ausar­bei­tung eines Un­terneh­mensleit­bildes pro­fes­sionell und wahrschein­lich auch ef­fizien­ter ges­tal­ten kön­nen, als wenn man es mit Bor­d­mit­teln macht. Allerd­ings ist die Frage, ob diese ex­ter­nen Be­r­ater genü­gend Ein­blick ins Un­terneh­men er­hal­ten und den „Geist“ des Haus­es spüren, um ent­sprechend ein maßgesch­nei­dertes Leit­bild zu er­stellen. Auch ein „Leit­bild von oben“, das vom In­hab­er und der Führungsebene er­stellt wird, birgt die Ge­fahr, dass es nicht von den Mi­tar­beit­ern angenom­men wird. Zu­mal wenn es sehr von den Vorstel­lun­gen der be­trof­fe­nen Belegschaft ab­weicht.

Tipp: Bezie­hen Sie in je­dem Fall Mi­tar­beit­er (es reicht auch eine Vertreter­gruppe) in den Prozess mit ein. Die Diskus­sio­nen und Ab­s­tim­mungsprozesse kosten zwar Zeit, aber es er­höht die Chance auf eine breite Akzep­tanz des Leit­bildes.

4 LEIT­BILD ALS PRO­JEKT

Stellen Sie ein Pro­jekt­team zusam­men, das zunächst eine Ist-Anal­yse er­hebt: Welche Werte und Regeln sind für Ihr Un­terneh­men kennzeich­nend? Was kann in das Leit­bild über­nom­men wer­den? Das Pro­jekt­team muss sich mit dem Un­terneh­men­szweck, den Zielen und Werten au­sei­nan­dersetzen und da­raus ein Leit­bild ableit­en. Wofür ste­ht das ei­gene Un­terneh­men? Wie will man ar­beit­en? Mit welchen Maß­nah­men kann man die Ziele und die Mis­sion er­reichen? Das Pro­jekt­team sollte auch die Um­set­zung der neuen Leitlinien pla­nen.

Tipp: Das Pro­jekt­team sollte sich aus ver­schie­de­nen Ak­teuren und un­ter­schiedlichen Abteilun­gen zusam­mensetzen. Da­durch fließen ver­schie­dene Sichtweisen und In­teressen ein – und die Wirkung er­höht sich. Wenn man das Pro­jekt als reine Mar­ketin­gauf­gabe sie­ht und nur die Kom­mu­nika­tions­abteilung das Leit­bild er­stellen lässt, beste­ht die Ge­fahr, dass das Leit­bild sch­nell in der Schublade ver­sch­win­det.

5 LEIT­MOT­TO ALS KOM­PASS

Das Leit­bild kann sich aus ver­schie­de­nen Baustei­nen zusam­mensetzen. Da es sich so­wohl in der Belegschaft als auch bei Kun­den gut ein­prä­gen soll, sollte auf je­den Fall ein Leit­mot­to gewählt wer­den. Das Mot­to bringt das Leit­bild in einem einzi­gen Satz auf den Punkt. Es ist eine Art Werbes­lo­gan fürs Un­terneh­men. Diese Aus­sage soll die Leis­tun­gen und das Selb­stver­ständ­nis kurz und präg­nant aufzei­gen.

Tipp: Das Leit­bild soll langfristig gel­ten, darf aber nicht zu statisch sein. Verän­derun­gen und An­pas­sun­gen an den Zeit­geist soll­ten möglich sein. Ein guter Zei­traum für ein Un­terneh­mensleit­bild sind fünf bis zehn Jahre. Beschreiben Sie, wie Ihr Un­terneh­men in den näch­sten Jahren daste­hen soll.

6 IHR LEIT­MO­TIV

Das Leit­mo­tiv ist sozusa­gen die Präam­bel des Leit­bildes und stellt dar, warum Ihr Un­terneh­men ex­istiert, welchen Bei­trag es für die Ge­sellschaft leis­tet und welchen Nutzen die Kun­den haben. Das Leit­mo­tiv gibt eine Ant­wort auf die Frage: „Warum gibt es Ihr Un­terneh­men?“ Hi­er geben Sie z.B. an, worin die Stärke Ihres Un­terneh­mens liegt, wie Sie Qual­ität definieren oder welchen Kom­mu­nika­tionsstil Sie in­tern und ex­tern pfle­gen.

Tipp: Das Leit­mo­tiv stellt eine kom­pakte Zusam­men­fas­sung in weni­gen Sätzen dar. Es ge­ht nicht auf die Frage ein: „Was tun wir?“ Diese Frage wird erst in den Leit­sätzen be­han­delt.

7 PRÄG­NANTE LEIT­SÄTZE

Die Leit­sätze bein­hal­ten Ker­naus­sa­gen über grundle­gende Werte, Ziele, Er­fol­gskri­te­rien und die un­terneh­mensspez­i­fische Kom­pe­tenz. Leit­sätze sind ein­fache Aus­sa­gen, jew­eils in ein bis zwei Sätzen for­muliert. Erst in den aus­führ­licheren Er­läuterun­gen wer­den Leit­sätze bess­er ver­ständlich und präzise erk­lärt. Es bi­etet sich an, die Leit­sätze the­ma­tisch zu glied­ern: beispiel­sweise ein Part zu den Ar­beits- und Kom­pe­ten­zfeldern (Was tun wir? Was ist unsere Spezial­ität?), ein Part über Mi­tar­beit­er (Wie sie­ht der ideale Beschäftigte aus?) und Führung (Wie wollen wir führen bzw. ge­führt wer­den?). Weitere The­men­felder wären z.B. Kun­den- und Lie­fer­an­ten­bezie­hun­gen, Ge­sund­heit und Sicher­heit, Um­gang mit Res­sour­cen oder In­for­ma­tion­spol­i­tik.

Tipp: For­mulieren Sie die Leit­sätze klar und ver­ständlich und nicht zu ab­s­trakt. Stellen Sie konkrete Bezüge zu einzel­nen Abteilun­gen oder Auf­gaben­feldern her, damit der Prax­is­bezug ein­deutig ist.

8 MIT LEBEN FÜLLEN

Ste­ht das neue Leit­bild fest, muss es im ganzen Un­terneh­men bekan­nt ge­macht wer­den. Auch Kun­den und Geschäfts­part­n­er soll­ten in­for­miert wer­den. Da die meis­ten Men­schen neu Gel­erntes oder ein­mal Ge­hörtes sch­nell wied­er vergessen, emp­fiehlt es sich, auf mehrere Maß­nah­men zu setzen. Es bi­eten sich z.B. Broschüren zum Nach­le­sen an, Mi­tar­beit­er­schu­lun­gen und gezielte Kun­denge­spräche. Ma­n­age­ment und Führungskräfte soll­ten sich natür­lich dem Leit­bild ent­sprechend ver­hal­ten und die Werte vor­leben.

Tipp: Erst wenn das neue Leit­bild be­triebs­in­tern in den Köpfen der Mi­tar­beit­er ve­r­ank­ert ist und die im Leit­bild beschriebe­nen Ziele nicht nur eine Vi­sion sind, wird auch eine glaub­hafte Außen­wirkung erzielt.

9 EVENT ZUM AUF­TAKT

Ver­schaf­fen Sie Ihrem Leit­bild eine be­son­dere Aufmerk­samkeit. Feiern Sie die of­fizielle Ein­führung und ve­r­an­s­tal­ten Sie ein kleines Event. Falls das zu aufwendig ist: Nutzen Sie die jähr­liche Be­triebs­fei­er, ein Führungskräfte­tr­ef­fen oder an­dere Groß­grup­pen­ver­an­s­tal­tun­gen, um das neue Un­terneh­mensleit­bild of­fiziell vorzustellen. Eine gewisse In­sze­nierung un­ter­streicht die Be­deu­tung und sorgt auch für Auf­bruchss­tim­mung.

Tipp: Druck­en Sie einzelne Leit­sätze auf Plakate und hän­gen Sie diese in Be­sprechungs­räu­men, in der Kan­tine oder an an­deren Tr­eff­punk­ten im Un­terneh­men auf. So brin­gen Sie die Kern­botschaften un­ter die Leute.

10 AM BALL BLEIBEN

Ein Leit­bild soll langfristig und nach­haltig wirken. Es macht Sinn, nach ein­er gewis­sen Zeit zu über­prüfen, ob die Ideen auch in der Tat Be­s­tand haben. Hat sich in Ihrem Un­terneh­men wirk­lich et­was verän­dert? Müssen manche Punkte noch nachgebessert wer­den? Eine Be­fra­gung von Kun­den und Mi­tar­beit­ern ist ein gutes In­stru­ment, um den Er­folg des Leit­bildes zu messen. Was mei­nen die Mi­tar­beit­er: Ori­en­tieren sich die Führungskräfte und Kol­le­gen in ihrem täglichen Han­deln am Un­terneh­mensleit­bild? Und in­wieweit deck­en sich die Er­fahrun­gen der Kun­den mit dem beschriebe­nen Leit­bild?

Tipp: Denken Sie daran, dass ein Un­terneh­mensleit­bild neue Maßstäbe set­zt, an de­nen Ihr Un­terneh­men gemessen wird. Neh­men Sie sich ein­mal im Jahr Zeit und über­denken Sie, ob Ihre Vi­sion mit der Wirk­lichkeit überein­s­timmt.
Clau­dia Sch­nei­der | re­dak­tion@nied­er­rhein-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 05/2017