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Entfaltungsmöglichkeiten eröffnen

Architektonische Harmonie für Integration und Gemeinschaft.

Bild oben: Die Kindertagesstätte von der Gartenseite
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Beim Auf­bau neuer Be­treu­ungs­plätze für Kin­der un­ter drei Jahren belegt Nor­drhein-West­falen erneut ei­nen bun­desweit­en Spitzen­platz. Rund 123.000 Ki­ta-Plätze ste­hen aktuell für die frühkindliche Be­treu­ung zur Ver­fü­gung. Ein Faz­it: Beim U3-Aus­bau wurde in den ver­gan­ge­nen Jahren enorm viel geleis­tet. Und der Aus­bau ge­ht weit­er, denn die Zahl der Plätze für un­ter Drei­jährige steigt allein im kom­men­den Kin­der­garten­jahr um rund 7.200. Die Lan­des­regierung will dafür in den näch­sten drei Jahren über eine halbe Mil­liarde Eu­ro mehr aus­geben. Der Pol­i­tik ge­ht es primär um die gute Qual­ität der Kin­der­be­treu­ung, um Bil­dung und Chan­cen­gleich­heit, um die Vere­in­barkeit von Fam­i­lie und Beruf oder auch um Per­so­n­al­s­tan­dards. Doch wie sie­ht es mit den ar­chitek­tonischen An­sprüchen an die „Be­hau­sung“ für die Kin­der aus, und kön­nen auf dies­er Grund­lage weitere gelun­gene und neuartige ar­chitek­tonische Lö­sun­gen in den Ki­ta ent­ste­hen?

Ar­chitek­tonische Lö­sun­gen en­twick­eln

Die Kindertagesstätte von der Gartenseite
Die Kin­der­tagesstätte von der Garten­seite

„Ein Zen­trum für die Ge­meinde, für Jung und Alt, ein Mitei­nan­der als Syn­ergie, in die Zukunft heute schon in­vestieren“, so lautet die Lei­tidee für die Neuord­nung des Kirchen­grund­stück­es St. Cyri­akus mit Sakris­tei, Bi­blio­thek und Kin­der­tagesstätte in Neuss. Für Ar­chitek­ten ist die Um­set­zung ein­er solch an­spruchsvollen Auf­gaben­stel­lung eben­so in­teres­sant wie her­aus­fordernd. Doch mit Stan­dar­d­en­twür­fen aus der Schublade kommt man hi­er nicht weit­er. Auch mit dem strik­ten Ab­hak­en der Bau­richtlinien für Kin­der­tagesstät­ten ist es nicht ge­tan. Die in den 90er-Jahren aus der Ki­ta-Platznot einge­führten Ge­setzes­lockerun­gen in die­sem Sek­tor, der so­ge­nan­n­ten „Ver­wal­tungsvere­in­fachung“, und dem neueren Wun­sch auf „Mehr­fach­nutzung“ der Ge­bäude führen nicht zwangs­läu­fig zu besseren En­twür­fen. Vom An­satz der Ge­mein­we­sen-Ori­en­tierung her wäre dies durchaus als pos­i­tiv zu bezeich­nen, sofern die Ki­tas dann nicht aussch­ließlich un­ter der Prämisse der Mehr­fach­nutzung ge­baut wer­den und ihre ei­gentliche Funk­tion in den Hin­ter­grund rückt. „Unsere Kin­der kön­nen sich am besten in guter Ar­chitek­tur ent­fal­ten“, hebt Markus Sch­male, Ar­chitekt BDA, die Be­deu­tung ar­chitek­tonisch­er Qual­ität beim Bau von Kin­der­tagesstät­ten her­vor.

Ve­r­ant­wor­tung für das Ganze

Abendaufnahme der Apsis, Sakristei und Bibliothek der St. Cyriakus Kirche in Neuss
Aben­dauf­nahme der Ap­sis, Sakris­tei und Bi­blio­thek der St. Cyri­akus Kirche in Neuss


Die Be­deu­tung der Ar­chitek­turqual­ität von Ki­ta-Baut­en und ihren pos­i­tiv­en Ein­fluss auf die Lern- und Leben­swelt von Kin­dern zwischen null Jahren bis zum Schulein­tritt ist enorm. Sie um­fasst neben der Qual­ität des In­nen- und Außen­raums auch den ve­r­ant­wor­tungs­be­wussten Um­gang des Ar­chitek­ten mit dem Be­s­tand, die städte­bauliche Ein­bin­dung sowie der Na­tur – und vor allem um ei­nen ve­r­ant­wor­tungs­be­wussten Um­gang mit den Nutz­ern bzw. Be­woh­n­ern die­s­es Ge­bäudes. Das sch­ließt die Förderung der En­twick­lung der Kin­der zu ein­er ei­gen­ver­ant­wortlichen und ge­mein­schafts­fähi­gen Per­sön­lichkeit über die el­e­men­tar­päd­a­g­o­gische Nutzungs- und Aufen­thalt­squal­ität mit ein. Die sys­te­m­a­tische Erar­bei­tung von päd­a­g­o­gischen und ar­chitek­tonischen Zielen vor der planerischen Um­set­zung sowie die Wirtschaftlichkeit und Ökolo­gie sind weitere entschei­dende As­pekte der Pla­nungsqual­ität.

Mitei­nan­der als Syn­ergie

Innenansicht der Kita
In­ne­nan­sicht der Ki­ta

Planerisch­es Ziel im Pro­jekt St. Cyri­akus war die Freis­tel­lung der ehe­mals mit einem An­bau verse­he­nen Kirche auf dem Kirch­platz und die Schaf­fung von in­ei­nan­der verzah­n­ten Ge­bäude­struk­turen zu ein­er ein­la­den­den, räum­lichen Geste. Durch die Öff­nung des Kirch­platzes zur Ki­ta und die Her­stel­lung ein­er Blick­achse von der Kirche­nap­sis bis zum Pfar­rhaus wer­den die einzel­nen kirch­lichen Funk­tio­nen neu ge­ord­net und sind nun zusam­men er­leb­bar. Die Verbin­dung von Räu­men für Me­diathek und Ki­ta schafft echte Syn­ergien. Der Zu­gang zur Ki­ta über den Kirch­platz rückt diese auch funk­tio­n­al an die Kirche her­an.

Kom­po­si­tion, Licht, Farbe, Ma­te­rial­ität

Blick auf die gläserne Sakristei, Bibliothek sowie die Kita in der Mitte
Blick auf die gläserne Sakris­tei, Bi­blio­thek sowie die Ki­ta in der Mitte

Durch die Ver­wen­dung von el­e­gan­ten Ma­te­rialien und ein­er Fas­sa­denges­tal­tung mit wied­erkehren­den rhyth­mischen Struk­turen wird ein zusam­menge­höriger Kirchen­cam­pus geschaf­fen. Alle neuen Baukör­p­er, so­wohl des Kin­der­gartens, der Me­diathek als auch die neugeschaf­fe­nen Räume in der Sakris­tei, wur­den be­wusst trans­par­ent aus­ge­bildet und zei­gen sym­bolisch die Öff­nung der Kirche. Zeit­gleich wird Rück­sicht auf die Nach­barn genom­men. Die nach außen sicht­baren In­nen­wände, die den geschützten Bereich der Mess­di­en­er­räume bil­den, sind u.a. auch als Ausstel­lungs­flächen geeignet. Die Fas­sade der Ki­ta wird aus einem span­nen­den Spiel aus of­fe­nen gläser­nen Fas­sa­den­flächen sowie geschlosse­nen Klink­er­flächen ge­bildet.

Vielschichtige Nutzungs­möglichkeit­en

Ansicht des Kitaplatzes
An­sicht des Ki­ta­platzes

Das In­nere des skulp­tu­ralen Baukör­pers eröffnet im­mer neue Blick­bezie­hun­gen, Pro­por­tio­nen wer­den un­ter­schiedlich wahrgenom­men und er­möglichen eine vielschichtige Nutzung der Ki­ta. Darüber hi­naus fin­d­en sich in­teres­sante und vielschichtige Lichtin­sze­nierun­gen. Hi­erzu trägt insbe­son­dere das große Dach­licht­band bei – hi­er wird neben dem Trep­pen­raum auch ein Früh­stücks­bereich im er­sten Oberges­choss be­lichtet. In der kom­plett neu ges­tal­teten Außen­spielfläche samt Kräuter­garten, Sport-, Spiel- und „Wis­sen­schafts­bereichen“ sowie einem Durch­gang zum Pfar­rhaus kon­nte der beste­hende Baumbe­s­tand er­hal­ten wer­den. Un­ter an­derem bi­etet z.B. der rück­wärtige Pa­tio Rück­zugs­möglichkeit­en. Das ho­he päd­a­g­o­gische In­nen­raum- und Far­bkonzept wurde auch im Außen­raum fort­ge­set­zt.

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Ausgabe 06/2017